Was ist Gebärdenunterstützte Kommunikation?

Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) ist ein Teilbereich der Unterstützten Kommunikation (UK), welche viele Methoden zur Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bietet, die nicht oder noch nicht sprechen können. So bestehen mehr Chancen für eine effektivere Verständigung und dadurch eine höhere Lebensqualität.

Ursprünglich wurde GuK von Etta Wilken für die Frühförderung von Kindern mit Down-Syndrom entwickelt. Im Unterschied zur Gebärdensprache, die eine eigene vollwertige Sprache mit eigener Grammatik ist, verwendet GuK die Grammatik der gesprochenen, deutschen Sprache und unterstützt die (teilweise gesprochene) Kommunikation mit Gebärden. Bei GuK werden – im Gegensatz zu Lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) – nicht alle gesprochenen Wörter gebärdet, sondern nur solche, die für das Verstehen der Mitteilung von Bedeutung sind. Diese Betonung der wichtigen Wörter und die Visualisierung des Gesprochenen durch die Gebärden auf Seite des Gesprächspartners erleichtern den Kindern das aufmerksame Hinsehen und das Sprachverständnis. Den Kindern wird durch die Gebärden ermöglicht, sich mitzuteilen, da Gebärden klarer und einfacher sind als Lautsprache.

Da Gebärden eine gewisse Feinmotorik verlangen, können diese vor allem für Kinder mit schweren Bewegungsbeeinträchtigungen oft eine Hürde sein. Um diese Barriere aus dem Weg zu räumen, wird hier versucht, individuelle, vereinfachte Gebärden zu entwickeln. Wesentlich in der Methode der Gebärdenunterstützten Kommunikation ist, dass das soziale Umfeld von Anfang an ebenfalls die Gebärden erlernt, um das Kind auch verstehen zu können, wenn dieses beginnt, sich mit Gebärden mitzuteilen.

Welche Vorteile hat GuK gegenüber anderen Formen der Unterstützten Kommunikation? Gebärden sind eine körpereigene Kommunikationsmethode, für welche keine elektronischen Hilfsmittel gebraucht werden. Die Hände sind „immer dabei“, schnell und spontan verfügbar und ortsunabhängig einsatzbereit (oft im Gegensatz zu elektronischen Hilfsmitteln). Häufig sind Gebärden die schnelle und effektivste Methode um mit vertrauten Personen (die ebenfalls gebärden können) zu kommunizieren. Ein Nachteil der Gebärdenunterstützen Kommunikation ist, dass Gebärden nicht von allen Menschen verstanden werden. Im Kontakt zu weniger vertrauten und fremden Personen kann so nur schwer kommuniziert werden. Deshalb sieht es SignTirol als eine seiner Aufgaben an, die Kenntnis von Gebärden zu verbreiten um „kommunikative Barrierefreiheit“ für Menschen, welche mit GuK kommunizieren, Schritt für Schritt zu ermöglichen.

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